"Lustig ist die Fasenacht…" – Der Bettelbrauch in unserer Region

„Lustig ist die Fasenacht…“ – Der Bettelbrauch in unserer Region

Ich finde es sehr wichtig, Traditionen zu bewahren. Deswegen versuchen wir, so viel Brauchtum wie möglich unseren Kindern zu vermitteln.

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Ein Brauch, der in unserem Ort fast schon in Vergessenheit geraten ist, den es aber nur 15 km von uns entfernt, in meinem Heimatort noch gibt, ist das „Betteln“ am Faschingsdienstag. Kinder gehen dabei von Haus zu Haus, sagen ein Sprüchlein wie „Lustig ist die Fasenacht…“ auf und bekommen dann Süßigkeiten.

Ich kann mich noch gut an meine Kindheit und das Betteln zurückerinnern. Wir trafen uns schon am Morgen mit Freundinnen, alle natürlich verkleidet, und zogen los. Mit prall gefüllten Tüten kamen wir nach Hause und begutachteten dann unsere Beute. Besonders toll war, dass wir z.B. beim Metzger eine Wurstsemmel, beim Bäcker Krapfen oder beim Gärtner Blumen bekamen. Und in der Nachbarschaft gab es sogar ab und zu Geld.

Mit meinen Kindern machte ich mich also auch dieses Jahr wieder auf in meine Heimatstadt, wo wir dann in der Straße meiner Eltern loszogen. Meine Kinder waren wieder einmal mit großer Begeisterung dabei und haben in nur etwa 12 Häusern eine große Beute gemacht. Von einer Nachbarin meiner Eltern bekamen die Mädchen sogar Ketten-Bastelsets. Da war die Freude natürlich riesengroß!

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Nach dem Mittagessen bei Oma und Opa fuhren wir nach Hause und zogen dieses Jahr am Nachmittag erstmals in unserem Ort los.

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Ich hatte nämlich in Gesprächen mit älteren Menschen aus der Nachbarschaft erfahren, dass es hier früher diesen Brauch auch gab. Und alle wünschten sich, dass man diese Tradition wieder ins Leben rufen sollte. Ich packte also unsere Kleinste in den Kinderwagen, wir holten eine Freundin der Mädchen aus der Nachbarschaft ab, und los ging es. Egal, wo die Kinder klingelten und ihr Sprüchlein aufsagten, wurden wir mit großer Freude empfangen und alle fanden es schön, diesen alten Brauch auch hier wieder aufleben zu lassen. Wir steckten sogar andere Kinder an, so dass plötzlich mehrere Gruppen verkleideter Kinder durch den Ort zogen.

Auch in unserem Ort bekamen wir jede Menge Süßes und sogar frische Krapfen, von denen nur zwei den Weg nach Hause überlebten.

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Unser Fazit: Auch im nächsten Jahr wird nicht nur in meiner Heimatstadt, sondern auch hier im Ort wieder „gebettelt“. Bräuche und Traditionen müssen einfach aufrecht erhalten werden. Und die Kinder haben dabei ja riesen Spaß.

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3 Gedanken zu “"Lustig ist die Fasenacht…" – Der Bettelbrauch in unserer Region

  1. Dieser Brauch ist mir völlig unbekannt, aber ich als Berlinerin habe ja auch nichts mit Fasching und allen drum an dran am Hut 🙂
    Ich finde das Beibehalten von Brauchtum gerade in unserer schnelllebigen Zeit sehr wichtig und in Deutschland verkümmert sowas ja leider.
    Wir eigenen uns zwar zur Freude der Kinder viel Ausländisches Brauchtum an, ich denke da an den steigenden Konsum zu Halloween, aber ich finde auch deutsches Brauchtum sollte gepflegt und erhalten werden.
    Vielen Dank für diesen wirklich interessanten Bericht.

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  2. Was Traditionen betrifft, bin ich auch unbedingt dafür, dass die beibehalten werden. Ich führe nach wie vor Traditionen bei meinen Kindern fort, die mir schon mit auf den Weg gegeben wurden. Du hast einen sehr schönen Bericht geschrieben, meine Äuglein wurde ein bisschen feucht beim Lesen. Karneval bzw. Fasching ist allerdings nicht so unser Fest, nur meine Tochter ist seit ein paar Monaten dabei. So haben wird dieses Jahr sogar mal ein Programm „über uns ergehen lassen“. War auch sehr schön, denn die Kinder haben das wirklich toll gemacht. Liebe Grüße, Sabrina

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  3. Salut, netter Beitrag und eine gute Idee alte Brauchtümer wieder aufleben zu lassen.
    Ich weiss nicht in welcher Region du lebst, aber ich kann mich gut daran erinnern, dass dieser Brauch in meinem Geburtsort, etwa 18 km von Aachen entfernt, auch bestand.
    Leider besteht die heutige Bevölkerung in diesem Ort aus über 70% aus Türken und die Kinder ziehen nicht mehr durch die Strassen. Die Türken wollen und können anscheinend unsere alten Bräuche nicht verstehen! Mein Geburtsort hat seine Seele verloren und ist zu Klein-Istambul geworden, leider!!!
    Grüsse

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