Tom Perrotta: Die Verlassenen

Tom Perrotta: Die Verlassenen

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Dieser Roman ist die literarische Vorlage zu der Fernsehserie „The Leftovers“. Ich habe diese Serie aber bisher noch nie gesehen und bin deswegen auch ohne Erwartungen und Vorstellungen an dieses Buch herangegangen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich mir nach der Lektüre nun die Serie ansehen werde. Das Buch jedenfalls hat mir gut gefallen.

Das Buchcover ist recht schlicht und in unauffälligen Farben gehalten. Man sieht auf dem Bild eine gepflegte amerikanische Wohngegend.  Auch der Titel „Die Verlassenen“ verrät nicht viel vom Roman.

Nachdem ich allerdings den Klappentext gelesen hatte, war mir klar, dass ich diesen Roman unbedingt lesen muss. Schon die ersten Seiten haben mich regelrecht in ihren Bann gezogen und ich habe das Buch kaum mehr aus den Händen legen können.

Im Buch findet man sich bestens zurecht, was Handlungsorte und Personen betrifft. Die Sprache des Romans ist gut lesbar, allerdings kann man auch sehr viel zwischen den Zeilen lesen. Mehrere Stellen machen nachdenklich.

An einem Tag im Oktober verschwinden überall auf der Welt plötzlich Menschen: Kinder und Greise, Menschen in Amerika genauso wie Menschen in China, es verschwinden  Angestellte und Professoren, Nonnen und Verbrecher. Insgesamt sind es etwa 2 Prozent der Weltbevölkerung, die sich einfach in Luft auflösen, von einer Sekunde zur anderen und diese Menschen kommen nie mehr wieder. Der Rest der Bevölkerung steht vor einem Rätsel. Wohin und warum sind all diese Menschen verschwunden?  War es Gott, der diese Menschen plötzlich zu sich genommen hat oder eine andere höhere Macht?

Im Mittelpunkt des Romans stehen die „Verlassenen“, wie es der Titel schon sagt. Diese versuchen nun, ein „normales“ Leben weiterzuleben, werden aber immer wieder an ihren Verlust erinnert. Einige Menschen schließen sich dubiosen Sekten an.

Wer hier nun einen actiongeladenen Endzeitroman erwartet, der wird enttäuscht sein. In diesem Roman geht es viel mehr darum, wie unterschiedlich Menschen mit einem Verlust umgehen. Manche leben ihr Leben einfach weiter wie bisher, andere versinken in Trauer und Depressionen, wieder andere suchen in Glaubensgruppen oder anderen Organisationen Halt. Familien zerbrechen oder rücken näher zusammen. All das wird anhand einzelner Personen bzw. Familien in einer eigentlich idyllischen Kleinstadt aufgezeigt.

Mehr wird hier natürlich nicht verraten. Ich kann das Buch bestens weiterempfehlen, denn es ist wirklich sehr interessant, aber eben auf seine eigene Art.

Ich gebe diesem Buch deswegen volle Punktzahl: fünf Sternchen.

 

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