Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens – Tagebuch aus der Einsamkeit

Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens – Tagebuch aus der Einsamkeit

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Bücher über Sibirien und Einsiedeleien begeistern mich. Deswegen habe ich nun Sylvain Tessons Buch „In den Wäldern Sibiriens“ gelesen.

Der Klappentext klang für mich sehr interessant und auch das ganz in Grüntönen gehaltene Buchcover gefällt mir sehr gut. Man sieht im Vordergrund einen Mann, der mit einem Hund spielt.

Das Buch handelt vom Schriftsteller und Filmemacher Sylvain Tesson, der vor seinem 40. Lebensjahr für sechs Monate, von Februar bis Juli, in einer Hütte am Baikalsee leben möchte. Das nächste Dorf ist 120 km weit entfernt. Mit seinem Hund lebt Tesson ein Einsiedlerleben fast völlig auf sich allein gestellt.

Das Buch ist nach Monaten gegliedert.  Die einzelnen Einträge sind jeweils mit einem Datum versehen.  Vorn findet man zwei Karten, so dass man sich  im Buch gut orientieren kann.

In die Einsamkeit nimmt Sylvain Tesson Lebensmittel, viele  Bücher, Zigarren und Wodka mit. Und Wodka ist es auch, was einen großen Teil seines Tages ausmacht, denn er betrinkt sich sehr oft, auch wenn er seltenen Besuch bekommt, wird auch dann hemmungslos getrunken. Betrunkene Schlittschuhfahrten auf dem zugefrorenen See gehören dann mit dazu. Ansonsten ist viel von den Büchern die Rede, die er sich in die Hütte mitgenommen hat. Dass er dort viele Bücher liest, kann ich sehr gut verstehen. Doch seine Tagebucheinträge leben zu oft hauptsächlich von Zitaten aus diesen Werken, was auf Dauer wirklich langweilig wird.

Zum Glück wird auch über das alltägliche Leben dort in der Einöde geschrieben, darüber, was Tesson sich kocht, wie er Holz hackt und lange Spaziergänge unternimmt. Er schreibt auch sehr schön von Natur- und Tierbeobachtungen, was mir gut gefiel.

Insgesamt hatte ich mir von diesem Buch mehr erwartet. Anfangs fand ich es noch interessant, aber später musste ich mich zum Weiterlesen zwingen, denn alle Einträge gleichen sich irgendwie, es geschieht nichts, auch von Spannung keine Spur. Natürlich befindet sich der Mann in der Einöde, seine Tage sind dort immer ähnlich, aber ich habe schon einige Bücher dieser Art gelesen, die ich regelrecht verschlungen habe, weil sie interessant waren. Hier musste ich mich leider bis zur letzten Seite quälen.

Ich gebe dem Punkt ingesamt nur  zwei Punkte, denn  für mich war es zu langatmig. Ich hatte mir etwas mehr Informationen über das Leben in der Wildnis erhofft. Die vielen Zitate und die Alkoholausschweifungen haben mich gestört.

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