Annett Gröschner: Die Städtesammlerin – Mit der Linie 4 an die entlegensten Orte der Welt

Annett Gröschner: Die Städtesammlerin – Mit der Linie 4 an die entlegensten Orte der Welt

städtesammlerin2-6-2017.png

Ich verreise sehr gerne und lese auch oft und gerne Reiseberichte, weil man sich damit in die entferntesten Orte der Welt hinwegträumen kann und auch vieles über Land und Leute erfährt. Deswegen war ich schon sehr auf Annett Gröschners „Die Städtesammlerin – Mit der Linie 4 an die entlegensten Orte der Welt“ gespannt. Titel und Klappentext klingen äußerst interessant.

Das Buchcover finde ich sehr ansprechend. Man sieht auf weißem Hintergrund das Foto einer Frau (wohl die Autorin selbst) mit einem gezeichneten Schal um den Hals, der im Wind weht. Im Hintergrund sind ein gezeichneter Bus und eine Straßenbahn mit jeweils der Nummer 4 zu sehen, was perfekt zum Buch passt. Der Titel ist in Knallrot aufgedruckt.

Auch die Idee des Buches fand ich interessant. Die Autorin fuhr in ihrer Kindheit zu Hause meist mit der Linie 4. Deswegen plante sie, auf ihren Reisen in verschiedene Länder und Städte nun immer in Straßenbahn oder Bus Nummer 4 zu steigen und auf der Fahrt Menschen und Orte zu beobachten. Ich finde, das klingt sehr vielversprechend und so war ich sehr auf dieses Buch gespannt. Auch die Orte aus dem Inhaltsverzeichnis klingen alle sehr interessant: Buenos Aires, Magdeburg, Alexandria, Klausenburg, Shanghai, Istanbul, Jekaterinenburg, Tartu, Tel Aviv, etc.

Doch leider kam schon sehr bald beim Lesen die Ernüchterung. Ich fand nicht so richtig in den Schreibstil der Autorin, was bei mir sehr selten vorkommt. Und so interessant fand ich die Schilderungen der Menschen und Orte dort auch nicht. Ich musste mich regelrecht durch dieses Buch quälen und habe es dann auch zu Ende gelesen, damit ich die Rezension schreiben kann. Sonst lege ich Bücher, die mir nicht gefallen, meist nach höchstens 50 Seiten weg.

Oft hat man den Eindruck, dass es auf den Fahrten nicht genug Interessantes zu sehen und zu erzählen gab und auch die Beschreibungen der Bahnen nicht ausreichten um ein Kapitel zu füllen. Es wurden nämlich sehr viele Stellen mit eher uninteressanten Zusatzinformationen und geschichtlichen Fakten gefüllt. Und dann endeten die meisten Kapitel auch noch abrupt.

Die Idee, die hinter dem Buch steht, finde ich aber grandios, nur leider gefiel mir die Umsetzung nicht. Da hätte man viel mehr draus machen können! Aber Geschmäcker sind verschieden. Es gibt bestimmt viele Leute, denen dieses Buch gefällt. Für mich war es langweilig, eine Aneinanderreihung trockener, meist uninteressanter Fakten.

Da die Idee aber gut ist, das Cover perfekt zum Inhalt passt, und ich das Buch dann doch noch bis zum Schluss gelesen habe, wenn auch ungern, vergebe ich gerade noch zwei Sternchen!

Amy Gentry: Good as gone – Ein Mädchen verschwindet. Eine Fremde kehrt zurück

Amy Gentry: Good as gone – Ein Mädchen verschwindet. Eine Fremde kehrt zurück

goodasgone23-6-2017.png

Heute möchte ich euch einen Thriller vorstellen, von dem ich so fasziniert war, dass ich ihn kaum mehr aus den Händen legen konnte und ihn in zwei Tagen ausgelesen hatte: Amy Gentrys „Good as gone – Ein Mädchen verschwindet. Eine Fremde kehrt zurück“.

Schon der Klappentext gefiel mir sehr gut und auch das Buchcover ist interessant. Es ist komplett schwarz gehalten. Der Titel ist in Gelb aufgedruckt. In einem O sieht man die Schemen einer Frau. Das Cover passt perfekt zum Inhalt des Romans.

Amy Gentry kannte ich als Autorin noch nicht, aber ihre bestens lesbare Sprache gefiel mir schon nach wenigen Zeilen sehr gut. Die Spannung steigt schon auf der ersten Seite und man kann mit dem Lesen deswegen gar nicht mehr aufhören. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven und es gibt viele unerwartete Wendungen, die das Buch ebenfalls sehr interessant und fesselnd machen.

Die kleine Jane bekommt hautnah mit, wie ihre 13-jährige Schwester Julie zu Hause entführt wird. Wer ist der Täter, der nachts so einfach ins Haus kommen konnte? Natürlich wird gleich ermittelt, aber man kommt dem Täter leider nicht auf die Spur und auch Julies Leiche wird – zumindest in den ersten Jahren nach der Entführung – nicht gefunden. Nach vielen Jahren steht plötzlich eine junge Frau vor der Tür des Elternhauses und behauptet Julie zu sein. Doch ist sie es auch wirklich? Anfangs geht man davon aus, doch nach und nach verwickelt sich „Julie“ in viele Widersprüche und deswegen ist auch ihre eigene Mutter gar nicht mehr so sicher, ob es sich bei dieser Frau tatsächlich um die vor acht Jahren entführte Tochter handelt. Mit Hilfe eines Privatdetektivs versucht Julies Mutter, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Und was hat dieser seltsame Prediger mit der ganzen Geschichte zu tun, dessen Versammlungen „Julie“ immer wieder heimlich aufsucht? Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten…

Ich finde diesen Thriller einfach nur wahnsinnig interessant. Man rätselt mit, zweifelt mehrmals an der Identität Julies und ist auch oft von dieser unendlich traurigen und schockierenden Geschichte betroffen.

Die Figuren werden von der Autorin bestens herausgearbeitet, die Geschichte wirkt äußerst authentisch. Viele der Personen waren mir von Anfang an sympathisch, es gibt aber auch dubiose Gestalten, die viele Fragen aufwerfen.

Am Ende des Buches bekommt man dann eine schlüssige Lösung präsentiert und denkt noch nach der Lektüre lange darüber nach. Denn ein Fall wie dieser könnte sich durchaus ereignen. Man ist regelrecht schockiert und ergriffen.

Ich kann dieses wahnsinnig spannende, fesselnde Buch bestens weiterempfehlen und vergebe volle Punktzahl: fünf Sternchen!

Ich hoffe nun auf weitere packende Romane dieser Autorin.

 

 

Aufgebraucht im Juli 2017

Aufgebraucht im Juli 2017

Der letzte Schultag steht bevor und endlich sind dannauch hier in Bayern Ferien. Deswegen kommt der Aufgebraucht-Post diesen Monat auch etwas früher als sonst.

Duschgel und Make up-Entferner

aufgebrauchtjuli2017-1.jpg

Yves Rocher Clementine & Spices: Dieses Duschgel ist eigentlich kein Sommerduft, sondern eher weihnachtlich, aber bei dem derzeitigen kalten und verregneten Wetter hatte ich Lust auf Clementine und Gewürze. Das Duschgel hat einfach einen total leckeren Duft, es reinigt sehr gut und pflegt die Haut. Inhalt waren 200ml. Sehr gerne wieder. TOP

Nivea In-Dusch Make up-Entferner: Dieser Make up-Entferner für Gesicht und Augenpartie war sehr gut, denn er entfernte Schminke sehr gründlich gleich unter der Dusche. Ob ich das aber unbedingt brauche, weiß ich nicht, da ich mich sonst ja vor dem Duschen abschminke. Zeitersparnis ist das also nicht. Doch gut fand ich ihn schon. Auch den typischen Nivea-Duft finde ich sehr gut. Inhalt waren ergiebige 150ml. TOP

Rituals Yogi Flow Indian Rose & Sweet Almond Oil Duschschaum: Diese Duschschäume von Rituals finde ich ja sehr, sehr gut. Ich finde schon die Konsistenz super, einfach toll und zart auf der Haut. Dazu dann noch dieser herrliche Duft! Die Haut wird perfekt gereinigt und gepflegt. Sehr ergiebig ist der Duschschaum allerdings nicht. Inhalt waren hier 50ml. Insgesamt aber wegen des tollen Duftes, der super Pflege und der sehr angenehmen Konsistenz TOP. Sehr gerne wieder!

Kneipp Aroma-Pflegedusche Lebensfreude: Diese Duschgels von Kneipp finde ich einfach genial. Diese Sorte mit Litsea Cubeba und Zitrone roch sehr gut und erfrischte beim Duschen. Ein richtig toller fruchtiger Duft, super Konsistenz und perfekte Pflege und Reinigung. Inhalt waren hier 75ml. Sehr gerne wieder. TOP

Gesichtspflege

aufgebrauchtjuli2017-2.jpg

Diadermine Lift und Hautperfektion hautverschönerndes Gesichtsöl: Ich verwende Gesichtsöle ja gerne, noch dazu, wenn auf der Beschreibung „nichtfettend“ steht und das Öl dann auch wirklich nicht fettet und gut einzieht. Dieses Öl habe ich vielleicht 5mal benutzt und den Inhalt dann weggeschüttet. Auch wenn man nur sehr wenig von diesem Öl benutzt, zieht es überhaupt nicht in die Haut ein. Zumindest war das bei mir der Fall. Noch Stunden später hat man ein öliges Gesicht. Das habe ich abends mal getestet. Ich habe bei der Benutzung die Augenpartie ausgespart, aber da das Öl ja nicht einzog, hatte man es irgendwann in Augennähe, was bei mir höllisch brannte. Inhalt waren 30ml. Für mich ist dieses Produkt leider ein FLOP.

Goodskin Labs Tri-Aktiline Indstant Deep Wrinkle Filler: Diese Creme mit 5ml Inhalt fand ich richtig gut. Auch wenn ich fast keine Falten habe, habe ich das Produkt sehr gerne verwendet. Es hat einen sehr angenehmen Duft, lässt sich etwas schwer auftragen, aber es macht ein wunderschönes Hautbild und zieht recht gut in die Haut ein. Sehr gerne wieder. TOP

Neutrogena Hydro Boost: Auch diese Probe habe ich im Juli verwendet. Nach einmaliger Anwendung kann man wie immer bei Proben nicht viel sagen, aber ich fand sie gut.

Pureharmony Naturkosmetik 24h Pflegebalsam Gesichtspflege: Diese Creme von Norma mit Jojoba und Kornblume fand ich richtig gut. Ich habe sie als Tagescreme verwendet und sie ließ sich super auftragen und zog gut in die Haut ein. Sie pflegte auch sehr gut. Der Duft war angenehm. Es ist ein typischer Naturkosmetik-Duft. Inhalt waren 50ml. Sehr gerne wieder. TOP

Haarpflege

aufgebrauchtjuli2017-3.jpg

Pantene Pro-V Pflegespülung Anti Haarverlust: Diese Pflegespülung ist gegen Haarverlust. Ich habe keinen, aber da das Produkt einmal Teil eines Produkttests war, habe ich es verwendet und aufgebraucht. Es hatte einen sehr guten Duft und machte meine Haare sehr gut kämmbar und glänzend. Inhalt waren 200ml. Sehr gerne wieder. TOP

Isana Shampoo Seidenglanz: Dieses Shampoo von Rossmann habe ich sehr gerne verwendet. Es ist sehr günstig, hat einen sehr angenehmen Duft und reinigte meine Haare perfekt. Außerfdem machte es meine Haare sehr gut kämmbar und glänzend. Inhalt waren 300ml. Sehr gerne wieder. TOP

Yves Rocher Anti-Age Shampoo Vitalität: Dieses Shampoo von Yves Rocher mochte ich auch sehr gerne, denn es reinigte die Haare perfekt und machte sie glänzend und gut kämmbar. Auch den Duft fand ich sehr gut. Sehr gerne wieder. TOP

Deo und Handseife

aufgebrauchtjuli2017-4.png

Rexona Cotton Dry Deoroller: Rexona-Produkte mag ich sehr gerne und auch diesen Deoroller habe ich sehr gerne verwendet. Er war sehr ergiebig, hatte einen tollen, frischen Duft und schützte bestens. Inhalt waren 50ml. Sehr gerne wieder. TOP

Palmolive Magic Softness Duft-Schaumseife Jasmin: Diese Schaumseife ist einfach ein Traum. Sie reinigt die Hände bestens, hat einen tollen Jasmin-Duft und eine wunderbare, zarte Konsistenz. Ein richtig tolles Produkt. Sehr gerne wieder. TOP

Düfte

aufgebrauchtjuli2017-5.png

Things become Beautiful Eau de Toilette: Dieses sehr günstige Eau de Toilette von Action ist sehr empfehlenswert. Ich habe es im Alltag verwendet. Es hat einen sehr guten, frischen Duft und hält auch gut auf der Haut. Inhalt waren 50ml. Sehr gerne wieder. TOP

Yves Rocher Comme une evidence Eau de parfum: Und auch dieses Eau de parfum kann ich bestens empfehlen, denn es hat einen sehr angenehmen edlen Duft, der sich gut auf der Haut hält. Auch dieses Produkt habe ich im Alltag verwendet. Inhalt waren 50ml. Sehr gerne wieder. TOP

Das waren die aufgebrauchten Produkte aus dem Juli. Was habt ihr alles aufgebraucht und welche Produkte könnt ihr empfehlen?

 

 

Jeremy Massey: Die letzten vier Tage des Paddy Buckley

Jeremy Massey: Die letzten vier Tage des Paddy Buckley

letztenviertage25-6-2017.jpg

Dieser Roman ist nichts für schwache Nerven, nichtsdestotrotz bin ich total begeistert von diesem Buch und ich konnte es kaum mehr aus den Händen legen, so spannend und fesselnd ist es.

Schon der Klappentext klingt sehr interessant und auch das Buchcover ist besonders und auffallend. Es ist ganz in schwarz-weiß gehalten und man kann darauf einen Sarg erkennen.

So passt das Cover perfekt zum Inhalt des Buches. Der Roman ist das Erstlingswerk des Iren Jeremy Massey, der aus einer Bestatterfamilie stammt und auch selbst in diesem Beruf gearbeitet hat. Das merkt man in diesem Roman auch, denn man bekommt einen oft sehr detailreichen Einblick in diese Berufssparte, was nichts für schwache Nerven ist…

Paddy Buckley, der Protagonist dieses Buches, ist Bestatter und ein wahnsinniger Pechvogel. Denn was ihm innerhalb von nur vier Tagen geschieht, ist einfach unfassbar. Als er eines Tages wieder einmal in das Haus einer Witwe gerufen wird, um mit ihr die Details der Beerdigung ihres Mannes zu besprechen, endet dieses Gespräch mit einem amourösen Abenteuer, während dem die Witwe stirbt. Paddy versucht dieses „Problem“ zu vertuschen, was ihm auch anscheinend gelingt, doch nur kurze Zeit später fährt er auf dem Heimweg versehentlich einen Mann um, der dabei verstirbt. Und bei diesem Mann handelt es sich auch noch um einen berühmt-berüchtigten Gangster aus Dublin. Nun hat Paddy noch mehr zu vertuschen. Aber ob ihm dies gelingt? Wird ihm der Bruder des getöteten Gangsters auf die Spur kommen? Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten…

Der Schreibstil des Autors ist sehr gut, Spannung wird gleich zu Beginn des Buches aufgebaut. Der Roman liest sich flüssig und zieht einen sofort in den Bann. Ich hatte das Buch in zwei Tagen ausgelesen, da ich es kaum mehr aus den Händen legen konnte. Sehr gut fand ich, dass die einzelnen Kapitel jeweils mit Datum und Uhrzeit versehen waren. So findet man sich bestens im Buch zurecht. Auch die Personen wurden sehr gut und ausführlich beschrieben. Mit Paddy, der Hauptfigur hat man Mitleid, auch wenn wegen ihm zwei Menschen ums Leben kommen, wenn auch unter sehr seltsamen Umständen. Und vor allem beim ersten Fall kann Paddy ja eigentlich nichts dafür. Er ist einfach ein sehr großer Pechvogel.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, aber wie bereits gesagt, ist es nichts für schwache Nerven. So werden beispielsweise die Aufgaben eines Bestatters detailreich beschrieben. Das möchte wahrscheinlich nicht jeder lesen.

Der Roman ist manchmal skurril und die Geschehnisse sind einfach unglaublich, aber gerade das macht das Buch so lesenswert und absolut kurzweilig. Deswegen vergebe ich volle Punktzahl: fünf Sternchen. Ich bin schon auf weitere Werke dieses Autors gespannt und hoffe, dass es nicht bei dem Erstlingswerk bleiben wird.

 

 

Jean-Christophe Rufin: Nichts gesucht. Alles gefunden. Meine Reise auf dem Jakobsweg

Jean-Christophe Rufin: Nichts gesucht. Alles gefunden. Meine Reise auf dem Jakobsweg

nichtsgesuchtallesgefunden15-6-2017.jpg

Der Jakobsweg fasziniert mich sehr und deswegen habe ich schon viele Bücher darüber gelesen. Es gibt gute und weniger gute Erfahrungsberichte darüber. Von Jean-Christophe Rufins: „Nichts gesucht. Alles gefunden. Meine Reise auf dem Jakobsweg“ war ich sehr begeistert.

Schon der Klappentext klingt sehr interessant. Und auch das Buchcover gefällt mir sehr gut. Man sieht darauf eine wunderschöne Landschaft und einen strahlend blauen Himmel. Rechts im Bild ist ein Wanderer zu erkennen.

Jean-Christophe Rufin ist nicht der typische Pilger, als er sich auf den Weg nach Santiago de Compostela macht. Er sieht die Strecke eher als sportliche Herausforderung, da er ein begeisterter Wanderer und Bergsteiger ist. Das Religiöse bzw. Spirituelle ist für ihn anfangs deswegen nur eine Nebensache. Rufin wählt für seine Tour den nördlichen Weg. Dieser startet im französischen Hendaye, führt durch Kantabrien und Asturien und trifft erst in Galizien wieder auf den klassischen Jakobsweg, den die meisten Pilger gehen. Rufin trifft auf seiner Route nur wenige Pilger, was ihm aber auch recht ist, da er für sich sein möchte. Er übernachtet meist in seinem Zelt irgendwo auf dem Weg und sucht sich nur ab und zu eine Unterkunft. Pilgerherbergen meidet er eher. Auch wenn Rufin kein besonders religiöser Mensch ist, so besucht er auf seinem Weg doch fast täglich Kapellen und Kirchen und nimmt auch regelmäßig an Abendmessen teil. Auch wenn Rufins Reise nicht aus religiösen Gründen beginnt, so findet man doch viele philosophische und spirituelle Gedanken. Man erfährt in seinem Reisebericht sehr viel über die verschiedenen Landschaften, Länder und Kulturen und lernt unterschiedliche Menschen, die ihm auf seinem Weg begegnen, kennen.

Sprachlich gefällt mir das Buch sehr gut. Rufin hat einen sehr guten, gehobenen Schreibstil, der das Lesen zu einem Genuss macht. Das Buch ist nie kurzweilig, weil es einfach sehr interessant und spannend ist. Der Autor beschreibt authentisch und detailreich und spart auch nicht an Ironie und Humor.

Bilder oder Fotos gibt es in diesem Erfahrungsbericht nicht wie in anderen Büchern über den Jakobsweg. Das fehlt aber auch überhaupt nicht, weil eben bestens beschrieben wird und man sich alles sehr gut vorstellen kann. Sehr hilfreich finde ich aber die Karte auf den hinteren Seiten des Buches, mit der man sich orientieren kann, an welcher Stelle der Wanderer sich gerade befindet und welche Region als nächstes erreichen wird.

Ich konnte das Buch kaum mehr aus den Händen legen, so interessant war es für mich. Ich kann diese Lektüre bestens weiterempfehlen und vergebe deswegen auch volle Punktzahl: fünf Sternchen!