Jean-Christophe Rufin: Nichts gesucht. Alles gefunden. Meine Reise auf dem Jakobsweg

Jean-Christophe Rufin: Nichts gesucht. Alles gefunden. Meine Reise auf dem Jakobsweg

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Der Jakobsweg fasziniert mich sehr und deswegen habe ich schon viele Bücher darüber gelesen. Es gibt gute und weniger gute Erfahrungsberichte darüber. Von Jean-Christophe Rufins: „Nichts gesucht. Alles gefunden. Meine Reise auf dem Jakobsweg“ war ich sehr begeistert.

Schon der Klappentext klingt sehr interessant. Und auch das Buchcover gefällt mir sehr gut. Man sieht darauf eine wunderschöne Landschaft und einen strahlend blauen Himmel. Rechts im Bild ist ein Wanderer zu erkennen.

Jean-Christophe Rufin ist nicht der typische Pilger, als er sich auf den Weg nach Santiago de Compostela macht. Er sieht die Strecke eher als sportliche Herausforderung, da er ein begeisterter Wanderer und Bergsteiger ist. Das Religiöse bzw. Spirituelle ist für ihn anfangs deswegen nur eine Nebensache. Rufin wählt für seine Tour den nördlichen Weg. Dieser startet im französischen Hendaye, führt durch Kantabrien und Asturien und trifft erst in Galizien wieder auf den klassischen Jakobsweg, den die meisten Pilger gehen. Rufin trifft auf seiner Route nur wenige Pilger, was ihm aber auch recht ist, da er für sich sein möchte. Er übernachtet meist in seinem Zelt irgendwo auf dem Weg und sucht sich nur ab und zu eine Unterkunft. Pilgerherbergen meidet er eher. Auch wenn Rufin kein besonders religiöser Mensch ist, so besucht er auf seinem Weg doch fast täglich Kapellen und Kirchen und nimmt auch regelmäßig an Abendmessen teil. Auch wenn Rufins Reise nicht aus religiösen Gründen beginnt, so findet man doch viele philosophische und spirituelle Gedanken. Man erfährt in seinem Reisebericht sehr viel über die verschiedenen Landschaften, Länder und Kulturen und lernt unterschiedliche Menschen, die ihm auf seinem Weg begegnen, kennen.

Sprachlich gefällt mir das Buch sehr gut. Rufin hat einen sehr guten, gehobenen Schreibstil, der das Lesen zu einem Genuss macht. Das Buch ist nie kurzweilig, weil es einfach sehr interessant und spannend ist. Der Autor beschreibt authentisch und detailreich und spart auch nicht an Ironie und Humor.

Bilder oder Fotos gibt es in diesem Erfahrungsbericht nicht wie in anderen Büchern über den Jakobsweg. Das fehlt aber auch überhaupt nicht, weil eben bestens beschrieben wird und man sich alles sehr gut vorstellen kann. Sehr hilfreich finde ich aber die Karte auf den hinteren Seiten des Buches, mit der man sich orientieren kann, an welcher Stelle der Wanderer sich gerade befindet und welche Region als nächstes erreichen wird.

Ich konnte das Buch kaum mehr aus den Händen legen, so interessant war es für mich. Ich kann diese Lektüre bestens weiterempfehlen und vergebe deswegen auch volle Punktzahl: fünf Sternchen!

 

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