Caroline Eriksson: Die Vermissten

Caroline Eriksson: Die Vermissten

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Ich lese sehr gerne Psychothriller, deswegen war ich sehr auf Caroline Erikssons „Die Vermissten“ gespannt. Die Autorin kannte ich bisher noch nicht. Der Klappentext klang sehr interessant und auch das Buchcover finde ich sehr ansprechend.

Es ist in dem Stil gehalten wie ihn viele Psychothriller seit einigen Jahren haben: weiß-schwarz und schlicht. Auch hier ist der Titel schwarz auf weißen Hintergrund gedruckt. Im Nebel sieht man eine bewaldete kleine Insel, was sehr gut zum Handlungsort des Buches passt.

Greta, Alex und die kleine Tochter Smilla verbringen einige Tage in einem Ferienhaus an einem See. An einem Abend paddeln die drei in einem Boot zur kleinen Insel mitten im See. Während Greta am Ufer wartet, machen sich Alex und Smilla auf den Weg die unbewohnte Insel zu erforschen. Doch es wird immer später und die beiden kehren nicht zum Boot zurück. Greta wartet und macht sich dann auf die Suche nach den beiden. Aber diese bleibt erfolglos. Wo sind der Mann und das Kind geblieben? Ist ihnen etwas Schlimmes passiert? Beide bleiben spurlos verschwunden. Hat jemand die beiden entführt? Hat Greta etwas mit dem Verschwinden zu tun? Jedenfalls gibt es da so einige Rätsel in ihrer Vergangenheit. Mehr wird hier aber nicht verraten…

Den Anfang des Buches fand ich sehr interessant, auch die Sprache der Autorin ist sehr gut lesbar. Leider merkt man aber bald, dass nur sehr wenig Spannung aufgebaut wird. Bald war das Buch für mich zu langatmig und auch etwas konfus. Ich musste mich an vielen Stellen zum Weiterlesen zwingen, habe es dann auch komplett gelesen. Nur habe ich irgendwie mehr erwartet, da das Thema an sich ja sehr gut klingt. Man hätte viel mehr daraus machen können.

Das Buch konnte mich nicht richtig fesseln. Es gab einfach zu wenig Spannung für mich und auch die Geschichte an sich war an mehreren Stellen einfach ein Durcheinander. Das Ende fand ich dann wieder ganz interessant. Meiner Meinung nach kann man erst hier von einem Psychothriller sprechen. Vorher war die Geschichte für mich leider kein Thriller.  Da die Idee dahinter aber gut ist und auch das Ende wieder interessant war, vergebe ich insgesamt drei Punkte.

Gabriele Romagnoli: Nur mit Handgepäck – Wie ich lernte, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren

Gabriele Romagnoli: Nur mit Handgepäck – Wie ich lernte, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren

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Allein wegen des Titels wäre ich nicht unbedingt auf Gabriele Romagnolis Buch aufmerksam geworden. Der Klappentext jedoch hat sofort mein Interesse geweckt und machte mich nachdenklich. Ist es denn wirklich so, dass wir 23 Jahre unseres Lebens verschlafen, 20 Jahre arbeiten, 5 Jahre mit Warten verbringen und nur 46 Stunden damit verbringen, glücklich zu sein?

Das alles klang für mich sehr interessant und deswegen war ich sehr auf dieses Büchlein in handlichem Format gespannt.

Das Buchcover ist schlicht und einfach gehalten. Auf orangem Hintergrund sind nur Autor und Titel gedruckt. Im „e“ des Wortes „Handgepäck“ hängt ein Kofferanhänger.

Sprachlich gefällt mir das Buch sehr gut. Der Autor schreibt in einer einfachen, sehr gut lesbaren Sprache. Ich konnte das Buch kaum mehr aus den Händen legen und hatte es in kurzer Zeit dann auch ausgelesen, weil es mich so in seinen Bann zog.

Das Buch beginnt etwas makaber, aber gerade das macht den Leser sehr nachdenklich. In einer Zeitung liest der Autor, dass die Selbstmordrate in Südkorea die höchste auf der ganzen Welt ist. Deswegen werden dort Beerdigungen simuliert, um Selbstmorde zu verhindern. Der Autor bucht einen Flug nach Südkorea und nimmt dort an seiner eigenen Beerdigung teil. Dabei liegt er auch wirklich in einem Sarg. Schon an dieser Stelle macht einen das Buch sehr nachdenklich. Was würde man selbst in dieser Situation denken, was würde man an seinem Leben ändern, was sollte man noch alles tun…

Nach dieser Erfahrung schreibt Romagnoli dieses Büchlein. Denn das Leben ist zu kurz, um es mit sinnlosen Dingen zu füllen.

Natürlich gibt es im Moment sehr viele Bücher und Ratgeber zum Thema Minimalismus, aber dieses hier ist dann schon etwas anders. Einmal wegen des doch etwas makaberen Einstiegs, aber auch, weil der Autor viel über sein Leben und seine Reisen erzählt. Und auch, weil es an manchen Stellen philosophisch ist. Der Autor gibt aber auch viele Anregungen, wie man eben „mit Handgepäck“, also mit leichterem Gepäck durchs Leben geht. Weniger ist mehr und Entrümpeln und Ausmisten bringt sehr viel um sich glücklicher und freier zu fühlen.

Denn was kann man letztendlich auf seine letzte Reise mitnehmen? Kann man am Ende seines Lebens behaupten, glücklich gelebt zu haben? Hat man zu viel Zeit für Sinnloses vergeudet? Das alles sollte man sich fragen.

Ich habe die 125 Seiten sehr gerne gelesen und kann dieses Büchlein bestens weiterempfehlen. Deswegen gebe ich diesem Buch volle Punktzahl: fünf Sternchen!

 

 

 

Robert Wringham: Ich bin raus – Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung

Robert Wringham: Ich bin raus – Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung

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Robert Wringhams Buch hat mich schon vom Titel sehr angesprochen. Auch der Klappentext klingt sehr interessant: „Haben Sie auch allzu häufig von der Arbeit die Schnauze voll?“, „Wird das Fernsehprogramm jeden Abend langweiliger?“, usw. Davon bin ich persönlich zwar nicht betroffen, dennoch musste ich dieses Buch unbedingt lesen.

Meiner Meinung nach wird nämlich viel zu viel konsumiert. Sei es der Konsum von Kleidung und Lebensmittel, der Medienkonsum, etc. Muss man das alles haben oder ist es möglich, aus dieser Falle zu gelangen?

Das Buchcover finde ich sehr passend zum Inhalt des Buches gewählt. Man sieht darauf vier uniform gekleidete Menschen, die in Reih und Glied stehen und sich an den Händen halten. Eine fünfte Person, die anders gekleidet ist,  bricht aus dieser Ordnung aus und entfernt sich von den anderen.

Nach einem Vorwort und einer Einleitung über die Herausforderungen des kleinen Mannes findet man drei große Kapitel. Kapitel 1 widmet sich der Falle. Hier wird berichtet, warum der Mensch in der Klemme sitzt. Es wird auf Arbeit, Konsum, Bürokratie und die dummen Gehirne der Menschen Bezug genommen. Im nächsten Kapitel geht es um die Freiheit, die Suche nach Alternativen. Wringham schreibt, was gutes Leben ist, wie Entfesselungskünstler ihre Freiheit nutzen usw. Teil 3 beschäftigt sich mit der Entfesselung , dem Finden von Fluchtwegen. Hier werden Tipps und Tricks genannt, wie man der Arbeit, dem Konsum und der Bürokratie entkommen kann, wie wir unseren dummern Gehirnen entkommen können und wie das Leben nach der Entfesselung aussehen könnte.

Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut. Man kann das Buch gut und flüssig lesen.

Oft machte mich das Buch nachdenklich, denn es stimmt, dass man ein einfacheres Leben haben könnte, wenn man sich auf wesentliche Dinge konzentriert, mehr Ballast abwirft. Man sollte sich im Leben viel mehr mit dem beschäftigen, was einem persönlich wichtig ist. Braucht man den wirklich die neuesten Kleidungsstücke, die angesagtesten Küchengeräte oder das ultimative Smartphone? Muss man seine Freizeit stupide vor dem Fernseher verbringen? Man muss kein Minimalist sein, aber oft ist weniger einfach mehr.

Auch wenn ich persönlich nicht in der „Falle“ sitze und ich schon immer auf Nachhaltigkeit und Stressvermeidung achte, hat mir dieses Buch doch einige Denkanstöße gegeben. Mir hat es richtig gut gefallen und die 334 Seiten waren sehr kurzweilig für mich. Ich kann dieses Buch bestens weiterempfehlen und vergebe deswegen auch volle Punktzahl: fünf Sternchen!

Claudelle Deckert: basisch clean + green – für mehr Balance und Wohlbefinden

Claudelle Deckert: basisch clean + green – für mehr Balance und Wohlbefinden

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Über Bloggdeinbuch durfte ich ein sehr interessantes und sehr informatives Buch testen: Claudelle Deckert: basisch clean + green – für mehr Balance und Wohlbefinden.

Schon das Buchcover und den Klappentext des Hardcoverbuches fand ich sehr ansprechend. Wir sind zwar keine Vegatarier oder Veganer und essen gerne mal ein gutes Stück Fleisch in Bioqualität, trotzdem war ich sehr auf dieses Buch gespannt. Denn es muss schließlich nicht immer Fleisch sein…

Auf dem Cover sieht man eine Frau, die ein Bund Grünzeug in Händen hält. Auch der Buchuntertitel „mit über 80 leckeren vegetarischen und veganen Rezepten“ klingt vielversprechend.

Nach einem Vorwort der Autorin findet man ein ausführliches Inhaltsverzeichnis. So schreibt Claudelle Deckert anfangs über wichtige und interessante Basics. Man erfährt, warum man sich basisch ernähren sollte, wie man basische Ernährung im Alltag umsetzen kann, welche Lebensmittel säurebildend sind und welche Alternativen es dazu gibt etc. Ich fand dieses Kapitel, das in einer sehr angenehmen, einfachen und gut lesbaren Sprache verfasst wurde, sehr informativ und interesssant.

Danach findet man sehr viele Rezepte aus den Kategorien „Frühstück“, „Dip it!“, „Happy Bowls“, „Pfanne & Ofen“ und „Süßes“. Im Anschluss daran gibt es ein Kapitel über die wichtigsten Gesundheitsfragen. Hier wird z.B. erklärt, was Fasten bzw. Basenfasten ist, ob man heutzutage überhaupt noich Brot und Getreide essen soll, ob man durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation Säureüberschüsse abbaut, etc.

Inzwischen habe ich einige Rezepte aus diesem Buch nachgekocht und bin begeistert. Die Rezepte sind einfach und gut verständlich formuliert, so dass man beim Zubereiten keinerlei Probleme hat. Sehr gut gefallen mir die wunderschönen Bilder, die Appetit machen. Neben den Zutaten und den einzelnen Schritten zur Zubereitung findet man bei den Rezepten auch Informationen zur Zubereitungszeit oder weitere Tipps.

Auch unsere Kinder sind von den Rezepten begeistert und haben mit großem Appetit gegessen. Inzwischen haben wir z.B. folgende Gerichte ausprobiert: Buchweizen-Hafer-Pfannkuchen, Mango-Lassi, Süßkartoffel-Aufstrich, Gelbe-Paprika-Dip, mexikanische Nacho-Bowl, Zucchini-Mandel-Kuchen und Blumenkohl-Bowl. Ich bin so begeistert, dass ich auch weitere Rezepte aus diesem tollen Buch nachkochen werde.

Ein wirklich empfehlenswertes Buch, dem ich volle Punktzahl gebe: fünf Sternchen!

Das Buch ist in diesem Verlag erschienen.

Bestellen kann man es hier.

 

Gisela Hetzer: Endlich aufgewacht – Erinnerungen

Gisela Hetzer: Endlich aufgewacht – Erinnerungen

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Ich lese gern Biographisches, auch über Personen, die nicht berühmt sind. Deswegen war ich sehr auf dieses Büchlein gespannt. Es hat keine 80 Seiten und ist an einem Tag  sehr gut zu lesen.

Mich haben Titel und Buchcover sofort angesprochen. Man sieht auf dem Taschenbuch eine wunderschöne Landschaft im Abend- oder Morgenrot. Bäume und Gräser sind im Nebel versunken, der Himmel ist lila-orange-rot.

Gisela wird gegen Ende des Zweiten Weltkriegs geboren und fühlt sich schon in ihrer Kindheit von ihrer Familie vernachlässigt. Ihre Eltern haben eine Strickerei und haben deswegen nicht viel Zeit für Gisela und ihre Geschwister. Sie fühlt sich nicht geliebt, ihr wird später vom eigenen Vater nachgestellt, sie hat auch Probleme in der Schule, die sie dann aber selbst wieder in den Griff bekommt. Gisela heiratet, bekommt zwei Kinder, aber auch als erwachsene Frau ist sie nicht richtig in ihrem Leben angekommen. Verschiedene Krankheiten müssen überwunden werden und sie kämpft sich mit Hilfe von Reiki Schritt für Schritt wieder zurück ins Leben.

Die Sprache im Buch ist leicht und flüssig lesbar. Leider haben mich bestimmte Satzanfänge, die sich ständig wiederholen, irgendwann beim Lesen genervt. Man muss nicht immer ein „Tja,…“, ein „O ja…“ etc. vor den Satz stellen. Nach einigen Seiten ist mir das immer wieder aufgefallen und hat dann meinen Lesefluss gestört. Sprachlich ist also schon noch etwas Luft nach oben.

Dadurch, dass das Buch recht dünn ist, wird der Inhalt leider nur recht oberflächlich behandelt. Im Vordergrund stehen dabei Krankheiten und die Tiefen des Lebens der Autorin. Positive Gedanken erkennt man kaum. Erst ganz am Ende findet Gisela dann durch Reiki ihren Weg. Hier passt dann auch der Titel „Endlich aufgewacht“.

Gisela Hetzer möchte mit ihrem Buch Menschen Mut  machen. Natürlich hat sie viel Negatives in ihrem Leben erlebt, was schlimm ist. Nur leider konnte mich das Buch nicht so sehr fesseln. Es ist für mich zu negativ, zu oberflächlich und knapp geschrieben und auch sprachlich könnte es noch besser sein. Das ist natürlich nur meine Meinung, vielleicht können andere Leser mehr für sich aus diesem Buch mitnehmen.